Schnell bergab: Kurventechnik-Training mit Profi-Triathletin Jana Uderstadt

Die Schülerinnen und Schüler des Talentstützpunktes Süd durften kürzlich auf Initiative von Stützpunkttrainer Jens Kleinert von einer echten Spitzensportlerin lernen. Am Frankenstein gab Profi-Triathletin Jana Uderstadt wertvolle Tipps zum sicheren und schnellen Bergabfahren auf dem Rennrad.

Die zweitschnellste deutsche Athletin beim Ironman Hawaii 2025 zeigte den Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportlern, wie sie ihre Kurventechnik verbessern, mehr Vertrauen in das Rad gewinnen und sicherer in Abfahrten werden können. Die neuen Erkenntnisse wurden direkt auf der Strecke ausprobiert. Im Anschluss haben wir mit Jana über Kurventechnik, Sicherheit und ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen.

Jana, was war das wichtigste Ziel des Techniktrainings?
Das wichtigste Ziel war, den jungen Athletinnen und Athleten mehr Sicherheit auf dem Rad zu geben und ihnen die Angst vor schnellen Abfahrten zu nehmen.

Warum ist eine gute Kurventechnik gerade für junge Triathletinnen und Triathleten so wichtig?
Eine gute Kurventechnik verbessert das Gefühl fürs Rad, gibt Sicherheit und hilft außerdem, im Wettkampf Kraft zu sparen.

Welche Fehler siehst du bei der Abfahrt am häufigsten?
Die häufigsten Fehler sind, dass vor der Kurve zu früh und zu stark gebremst wird oder dass noch in der Kurve selbst zu viel gebremst wird.

Wie kann man lernen, auf dem Rad mehr Vertrauen bei höheren Geschwindigkeiten zu gewinnen?
Wie bei allem hilft vor allem Übung: Mir hat es immer geholfen, einem sicheren Fahrer hinterherzufahren – wenn man sieht, dass er mit der Geschwindigkeit sicher durch die Kurve kommt, traut man sich selbst eher mitzugehen und gewinnt Vertrauen.

Was ist dir bei den Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportlern besonders positiv aufgefallen?
Besonders positiv fand ich, mit wie viel Freude sie dabei waren, wie stark sie bergauf gefahren sind und wie schnell sie die Tipps umgesetzt haben.

Gab es einen Moment, bei dem du gesehen hast: „Jetzt hat es Klick gemacht“?
Das war sehr individuell, aber als am Ende alle gemeinsam den Frankenstein abgefahren sind und unten mit einem Strahlen im Gesicht ankamen, war für mich klar, dass das Training etwas bewirkt hat.

Welchen Tipp gibst du den Kindern und Jugendlichen für ihr nächstes Radtraining mit?
Ich bin ein großer Fan davon, regelmäßig im Wald zu fahren, weil man dort spielerisch ein gutes Bike-Handling entwickelt und lernt, das Rad auch auf wechselndem Untergrund sicher zu kontrollieren.

Welche Technik-Tipps aus deiner eigenen Karriere hast du weitergegeben?
Ich habe Tipps zum richtigen Bremsen, zur Kurvenlinie, Gewichtsverlagerung und einer lockeren Haltung weitergegeben – vor allem wollte ich aber vermitteln, wie viel Spaß Bergabfahren machen kann.

Was sind deine drei wichtigsten „Aero-Hacks“ für das Rennrad?
Meine drei wichtigsten Aero-Hacks sind eine aerodynamische Armhaltung, eine möglichst ruhige Position auf dem Rad und ein guter Aero-Helm.

Welche Bedeutung hat sicheres Abfahren im internationalen Triathlon?
Die meisten Triathlonstrecken sind zwar nicht extrem technisch, aber sicheres Abfahren spart viel Kraft – wer Kurven sauber und mit wenig Geschwindigkeitsverlust fährt, muss danach nicht jedes Mal wieder hart beschleunigen.

Erinnerst du dich noch an deine ersten Trainings zur Kurventechnik? Was hat dir damals geholfen?
Ein richtiges Kurventechniktraining hatte ich tatsächlich nie. Ich komme vom Reiten und hatte schon immer ein Faible für Geschwindigkeit – außerdem gibt es beim Gefühl für Kurven und Gewichtsverlagerung einige Parallelen zwischen Reiten und Radfahren. Geholfen hat mir aber vor allem, mit erfahrenen Athletinnen und Athleten zu fahren, bei denen ich mir viel abschauen konnte.

Was macht dir selbst am meisten Spaß: bergauf fahren, flach schnell fahren oder bergab fahren?
Am schönsten ist für mich die Mischung: erst einen tollen Anstieg hochfahren und danach die Abfahrt genießen.

Was motiviert dich, dein Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben?
Mich motiviert vor allem, meine Freude am Radfahren weiterzugeben – und ehrlich gesagt hat mir das Training mit den Jugendlichen selbst mindestens genauso viel Spaß gemacht.

Wenn die jungen Athletinnen und Athleten von heute nur eine Sache aus diesem Training mitnehmen sollen, welche wäre das?
Ganz klar: Spaß haben! Denn mit Freude am Radfahren kommen Sicherheit, Vertrauen und Fortschritt fast von allein.

Vielen Dank, liebe Jana, für deinen Besuch am Talentstützpunkt Griesheim-Darmstadt und die vielen wertvollen Tipps für unseren Nachwuchs. Wir wünschen dir weiterhin eine erfolgreiche und vor allem verletzungsfreie Vorbereitung auf die kommende Ironman-Weltmeisterschaft und freuen uns darauf, deinen weiteren Weg zu verfolgen.